Kein Protest an Unis?
Fridays for Future an den Universitäten
Klimaproteste von Schüler*innen: Allmälig findet die Klimabewegung auch in den Universitäten statt. Symbolbild
Klimaproteste von Schüler*innen: Allmälig findet die Klimabewegung auch in den Universitäten statt. Symbolbild
Klimaproteste von Schüler*innen: Allmälig findet die Klimabewegung auch in den Universitäten statt Symbolbild

Bewegung. In den vergangenen Wochen gründeten sich einige Fridays for Future-Hochschulgruppen. So geschehen auch in Münster. Doch beim Zug in die Uni stellen sich neue Problematiken ein. Wie sieht es in Bochum aus?

Nachdem schon seit Monaten die Schüler*innen jeden Freitag streiken, um gegen den Klimawandel zu mobilisieren, bildete sich nun auch in Münster eine Fridays for Future-Hochschulgruppe, die sich aus der Organisation der Schüler*innenbewegung heraus gründete. Zu ihren Forderungen gehören maßgeblich die bundesweiten Ziele der Bewegung. Also die Einhaltung der im Pariser Abkommen vereinbarten Klimaziele, den Kohleausstieg Deutschlands bis 2030 und die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2035. Rund 40 Teilnehmer*innen konnte die Gründungssitzung zu sich ziehen. Eine Bestimmung des Vorstands steht noch aus und folgt am 2. Mai.
Dennoch lief die Gründung  in Münster nicht ganz reibungslos ab. So gab es im Anschluss in der zugehörigen WhatsApp-Gruppe Unstimmigkeiten über die Benennung von Zugehörigkeiten zu politischen Organisationen und Parteien. „Wir sollten nicht vergessen, Fridays for Future ist eine Bewegung und was sie so stark macht ist die Heterogenität, die unterschiedlichen Ansichten und trotzdem ein gemeinsames Ziel, der drohenden Klimakatastrophe etwas entgegen zu setzen,“ schrieb ein Mitglied der Gruppe. Auf der Eröffnungsveranstaltung bildeten sich Berichten zufolge zwei Blöcke.
In Zukunft wolle man durch eine offenere Kommunikation eine freie Diskussionsgrundlage schaffen, durch die zugleich Erfahrungen über politische Organisation besser genutzt werden können

Eine politische Bewegung

Die Zugehörigkeit zu bereits existierenden Gruppen könnte ein generelles Problem darstellen, wenn es darum geht, Fridays for Future von den Schulen an die Universitäten zu holen. Die Bewegung entwickelte sich in einem Umfeld, in dem es noch wenig Parteizugehörigkeiten gibt, die ein mögliches Zusammenarbeiten erschweren. In Bochum funktioniert die Organisation laut Mitorganisatorin Meike Vitzthum auch über politische Linien hinweg: „Das ist zum Glück kein Problem, welches wir in Bochum haben“. Wichtig für Fridays for Future-Gruppen seien daher flache Hierarchien und die Vermeidung davon, dass vorhandene Erfahrungen mit politischer Mobilisierung zu Authoritätspositionen führen. Abgesehen davon sei es wichtig, unterschiedliche Ansätze zu berücksichtigen und zu diskutieren. „Trotzdem sind wir politisch recht klar einzuordnen. Wir lehnen Rassismus ab, wir lehnen Fremdenfeindlichkeit ab und wir lehnen ab, wenn man Klima- und Umweltschutz nur ohne soziale Gerechtigkeit denkt.“

FfF-HSG an der RUB?

Die Gründung einer Hochschulgruppe aus der Bochumer Bewegung heraus steht noch in den Sternen. Derzeit fehlen die Kapazitäten, abseits von den wöchentlichen Protesten und Aktionen, Menschen für die Gründung einer Hochschulgruppe freizustellen, so Meike. Dennoch plant die Bochumer Bewegung auch sichtbarer an der Ruhr-Uni zu sein und den Studierenden zu zeigen, dass die Bewegung auch für Studierende offen ist.

:Stefan Moll

Den Leserinnenbrief findet ihr hier.

 

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