Die vielen Arten des Fastens
Hungern, Verzicht und Abnehmen?
Symbolbild
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Fasten. Zu Ostern endet die Fastenzeit im Christentum. Nach 40 Tagen Enthaltung können Gläubige wieder normal konsumieren. Doch neben dem christlichen Fasten gibt es bekanntlich weitere religiöse Fastenzeiten. Aber auch andere Formen des Fastens, die einen nicht-religiösen Bezug haben, konnten sich in den vergangenen Jahren etablieren. Hier werden einige davon vorgestellt.

Klimafasten

Habt ihr schon mal bewusst klimagefastet? Oder versucht ihr generell mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu entwickeln? Dann wisst ihr bestimmt, dass das oft leichter gesagt als getan ist. Vor allem wenn Salatblätter beim Discounter gefühlt einzeln verpackt und warme Duschen so ungemein angenehm sind. Verschiedene Apps und Internetseiten können euch aber mittlerweile dabei helfen, einen bewussteren Blick auf die Welt im Alltag zu verschaffen. Klar, dafür braucht man Strom und Internet, aber es gibt ja auch noch Bücher.
Gerade auch an unserer Uni passiert das halbe Leben online. Man könnte noch nicht mal studieren, ohne das Benutzen von mindestens einem Rubicon-fähigen Endgerät. Zumindest kann man dies an der Universität nutzen, da shared-electricity einfach schöner ist. (Und der Computer daheim, eventuell sowieso zu neu ist für diesen Service.)
Spaß beiseite. Kleine Schritte können schon großes Bewirken. Aber anstatt für kurze Zeit auf elektrische Geräte zu verzichten, schadet es nie, häufiger das Rad zu nehmen, den Pulli anzuziehen, statt die Heizung aufzudrehen, oder die Sonne dem Solarium vorzuziehen. Auch dem Geldbeutel nicht.

:fufu

Intervallfasten

Beim Intervallfasten gibt es verschiedene Methoden. Das einzige worauf zu achten ist, ist dass es ein Fastenfenster von mehr als 12 Stunden gibt, also mindestens 12 Stunden, in denen nichts gegessen wird. Beim 16:8 Intervallfasten gibt es ein Essensfenster von 8 Stunden, in denen alles gegessen werden darf (kein Verzicht auf Süßigkeiten oder ähnliches, iss einfach worauf Du Hunger hast, denn selbst bei achtstündiger Fressorgie wirst du außer im Falle einer Subwaycookieeskalationsparty nicht über deinen kcal-Bedarf kommen). In welcher Zeit des Tages du fastest, ist egal. Ob deine „Esszeit“ zwischen 8-16 Uhr oder von 13 bis 21 Uhr liegt, ist irrelevant für den Erfolg. Eine weitere weit verbreitete Variante ist das 5:2 Fasten bei dem Du fünf Tage der Woche normal isst, und an zwei Tagen fastest (wobei an den Fastentagen bis zu 500 kcal auf Gemüse und magerem Fleisch aufgenommen werden dürfen, natürlich auch unter den 12 Stunden komplett ohne Essen). Letztere Variante ist etwas anspruchsvoller.

:ken

Social-Media Fasten

Hetzkommentare auf Facebook, endlose Streitigkeiten über Kleinigkeiten auf Twitter, auf Instagram das Gefühl „die eigenen Freunde haben ständig Spaß ohne dich“, wie es der Social Media-Kritiker Tristan Harris ausdrückte: Soziale Medien führen zu Unruhe, Polarisation und schlechterer Produktivität. Mehrere Studien legten mittlerweile zudem negative Effekte auf die mentale Gesundheit nahe. Soziale Medien sollen demnach das Auftreten von Depressionen und Angstzuständen fördern. Um dem entgegen zu wirken, bildete sich die Idee des Social-Media Fastens. Ähnlich zu dem Konzept der „Time Well Spent“-Bewegung, soll man sich bewusst auf die Dinge konzentrieren, die einem Wohlbefinden und Glück bringen. Bei der Reflexion trifft dies im Fall vieler nicht auf die sozialen Medien zu. Das Social-Media Fasten kann sowohl kurzzeitig, wie beispielsweise durch das Einschalten des Flugmodus in einer Beschäftigungsphase, als auch über einen längeren Zeitraum, wie eine Woche oder länger geschehen.

:stem

Katholische Fastenzeit

Im Christentum gibt es verschiedene Fastenzeiten, deren Zeiten und Regeln je nach spezifischer religiöser Ausrichtung variieren können. Allerdings ist im Katholizismus besonders die Fastenzeit vor Ostern wichtig. Christ*innen fasten in den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Karfreitag. Dabei gibt es keine konkreten Regeln: Jede*r verzichtet auf etwas, was ihm*ihr besonders wichtig ist. Oft sind dies Speisen wie Süßigkeiten oder Fleisch oder Getränke wie Alkohol. Allerdings kann das Fasten auch über Nahrungsmittel hinausgehen, solange der*die Gläubige auf etwas verzichtet, das ihm*ihr besonders wichtig ist – beispielsweise Fernsehen. Der Zeitraum des Osterfastens hat eine religiöse Bedeutung: Jesus sei an einem Mittwoch verraten und an einem Freitag auferstanden, weshalb von Aschermittwoch bis Karfreitag gefastet wird. Die Zahl der Tage ist ebenfalls biblisch begründet, da Jesus 40 Tage in der Wüste gefastet habe. Doch auch an anderen Bibelstellen spielt die Zahl eine große Bedeutung, zum Beispiel habe auch die Sintflut vierzig Tage angedauert.

:leda

Ramadan

Was für einige mit Ostern endete, fängt für andere erst an: Fasten. Muslime und Musliminnen fasten für gewöhnlich im Monat Ramadan, der sich nach hiesigem Kalendersystem (Gregorianischer Kalender) immer um etwa zwei Wochen verschiebt. So kann es sein, dass Ramadan Anfang Juni startet und im Jahr darauf Mitte Mai beginnt. Die Fastenzeit dauert einen Monat und beginnt mit dem Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. In dieser Zeitspanne darf weder gegessen noch getrunken werden – Kinder, Kranke, Reisende und Schwangere ausgeschlossen. Doch keine Angst vor den muslimischen Kommiliton*innen zu essen, denn wie die RUB-Studentin Kübra bestätigt, findet sie es überhaupt nicht schlimm, wenn neben ihr gegessen wird. „Ich finde es viel nerviger, wenn sich meine Freunde tausendmal entschuldigen – ich tue es ja für mich selbst“. Für Kübra ist das Fasten Ausgleich zwischen Seele, Körper und Geist. Sie wird sich zu Ramadan gezielt bewusst, was es heißt zu verzichten, dabei gilt es für sie im Ramadan nicht nur auf Essen und Trinken zu verzichten, sondern auch ihre Bedürfnisse und Triebe zu zügeln. „Zu Ramadan wird besonders auf die Gemeinschaft geachtet und es wird das Essen zum Fastenbrechen geteilt und überall wird man herzlich willkommen geheißen“.

:sat

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