Justin Mantoan (juma)

An dieser Stelle könnte Spott darüber stehen, dass Rezos Haare in etwa die Farbe von Schlümpfen haben oder dass Philipp Amthor der jüngste alte, weiße Mann der Geschichte ist. Auch könnte man sich herrlich über die krachende Zerlegung der Sozialdemokratie auslassen. Und Witze über Horst Seehofer ziehen eigentlich auch immer. Doch mir ist als Journalist derzeit nicht zum Lachen zumute. Zu antidemokratisch sind die bundesdeutschen Zustände. Da fordert eine Möchtegern-Kanzlerkandidatin, Meinungsäußerung vor Wahlen einzuschränken, will sich aber nach Kritik ganz falsch verstanden wissen. Und dann ist da Horst Seehofer. Dass der Mann nicht auf den Pfaden des Grundgesetzes wandelt, sollte bereits seit Jahrzehnten klar sein. Dass er nun aber sogar zur Großoffensive gegen die freien Medien bläst, ist ein Alarmsignal. Wenn Quellen-TKÜ und Messengerüberwachung nicht ausreichen, muss eben das Redaktionsgeheimnis fallen. Im Namen der Sicherheit ...         

Gastautor :juma

Neuer Polizeipräsident in Bochum
Neuer Mann an der Uhlandstraße: Lukat ist der falsche Mann für Bochum. Bild: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Kommentar. Mit Jörg Lukat kommt Innenminister Reuls Wunschkandidat als Polizeipräsident nach Bochum. Seine Vita ist fragwürdig.

Thyssen plant den Abbau von 6000 Stellen
Kein Sonnenschein für die Miartbeiter*innen: ThyssenKrupp baut Stellen ab.		           			               Bild: bena

Wirtschaft. Die Fusion zwischen dem deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp und Tata Steel ist geplatzt. Jetzt plant Thyssen den Abbau von 6.000 Stellen, davon 4.000 in Deutschland.

Stellenstreichung bei Thyssen
6.000 Stellen sind bedroht: Nach der nicht zustande gekommenen Fusion von Thyssen & Tatastehen Arbeitsstellen auf dem Spiel. Bild: bena

Kommentar. Die Thyssen-Tata-Fusion kommt nicht zustande, aus der Konzernaufspaltung wird ebenfalls nichts. Und statt den Rotstift in der Chefetage anzusetzen, droht 6.000 Arbeiter*innen der Jobverlust.

Die Misere der SPD
Wahres Bollwerk: Im Gegensatz zu SPD und DGB traten Antifaschist*innen auf die Straße, um sich Neonazis entgegen zu stellen. Bild: stem

Kommentar. Die SPD bezeichnet sich gerne als „Bollwerk gegen Rechts“, doch im akuten politischen Geschehen ist davon oft nichts zu sehen. Vielmehr ähneln die Demonstrationen einem Familienfest.

Augen auf im Ruhrgebiet
AfD im Blickpunkt: Auf einer eigens eingerichteten Internetseite dokumentieren Beobachter*innen die Partei in Bochum und NRW. Bild: Screenshot juma

Politik. Die Bochumer AfD ist derzeit mit zwei Mitgliedern im NRW-Landtag und mit drei Mitgliedern im Bochumer Stadtrat vertreten. Was die Partei dort unternimmt, steht nun unter Beobachtung.

Kritik der Parteien
Keine Kohle mehr? Wenn Parteispenden ausbleiben, befürchten Politiker*innen von CDU und CSU eine Gefährdung der Demokratie. Welch ein Unfug. Symbolbild

Kommentar. Parteien sind auf Geld angewiesen. Zu den drei Standbeinen der Finanzierung gehören staatliche Gelder, Mitgliedsbeiträge und Parteispenden. Daimler stoppte diese nun und erntet Kritik der Parteien.

Stell D ir vor, Du feierst Geburtstag, aber alle Gäste*innen finden Dich scheiße. So oder ähnlich könnte man beschreiben, was in Hamburg-Harburg passiert ist. Geladen hatte zwar nicht das unrühmliche Geburtstagskind, aber an anderen Orten wollten auch an der Elbe Neonazis am 20. April den Geburtstag ihres Idols Adolf Hitler feiern. Die örtliche NPD hatte geladen, um dem nationalsozialistischen Diktator zu gedenken. Und gekommen ist … Niemand. Naja, zumindest keine Neonazis. Je 300 Polizist*innen und Gegendemonstrant*innen erschienen am angemeldeten Startpunkt der Demonstration und standen sich die Beine in den Bauch. Von den NPD-Anhänger*innen ließ sich nicht einmal der Anmelder blicken. Wer so sehr in der Versenkung verschwindet, dass selbst die eigenen Demonstrationen nicht mehr besucht werden, sollte sich Gedanken über das eigene Image machen. Obwohl das bei der NPD so oder so miserabel ist. Als Grund für das Nichterscheinen gaben die norddeutschen Neonazis übrigens zeitliche Überschneidung an. Wenn das der Führer wüsste …

:juma

Immer mehr Zwangsräumungen in Bochum

Kommentar. Im vergangenen Jahr gab es in Bochum 233 Zwangsräumungen. Wieder einmal versagt die Stadt in der Wohnungspolitik.

Enteignung für den sozialen Frieden
Enteignen statt verbarrikadieren: Wenn gegen Leerstand und Wohnungsnot nichts anderes hilft, sollte die Regierung das Grundgesetz zur Hand nehmen. Bild: juma

Kommentar. In Berlin und Köln forderten vergangene Woche tausende Menschen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Das ist mit Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes vereinbar.

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