In Kürze

Die US-amerikanische Horrorkomödie Ready or Not mit dem verheißungsvollen deutschen Untertitel ,,Auf die Plätze, Fertig, Tot‘‘ liefert fast genau das ab, was der Trailer schon verspricht: ein leichter Slasher, der sich selbst sowie andere Filme des Genres aufs Korn nimmt. Alles beginnt mit einer Hochzeit.

Nach seinem Erfolgsalbum #DIY, das im Herbst 2017 erschien, legt Tretti nun in diesem Herbst mit Trettmann nach. Wie schon beim Vorgänger arbeitete der 45-jährige mit dem Produzententeam Kitschkrieg zusammen. Auch wenn die Charakteristik des TrettmannxKitschkrieg-Sound bekannt ist, verfügt das Album über eine beeindruckende Soundkulisse in Form von brillanten Electro-, House- und Dancehall-Beat, die an einigen Stellen der Songs einblenden. Das Genre-Crossing und der UK-Beat schaffen eine neue Atmosphäre und laden zum Raven ein. Auch wenn „Trettmann“ inhaltlich an #DIY rankommt, gerade Songs wie „MDMDF“, gibt es auf dieser Auskopplung mit „Stolpersteine“ einen Song, der sich textlich von der Masse abhebt und schon einen Instahype ausgelöst hat, aber nicht nur das, auch das Interesse an der deutschen Geschichte. Alles in allem ein gutes Album, mit eigenem Sound und ein paar Highlights wie „Magarete“, den Song für seine Tochter oder „Hätten wir sein können“ und guten Female-Features wie von Alli Neumann.

:bena

Heiß ersehnt und lang erwartet, ist es nun endlich draußen: Fear Inoculum, das fünfte Studioalbum der Prog-Metal-Band Tool. Dreizehn Jahre sind seit dem letzten Album vergangen und nun liefert die Band mit einer Laufzeit von 86 Minuten in der digitalen Version ihre bisher längste LP ab. Und obwohl viel Zeit vergangen ist, bleibt vieles beim Alten. Denn Tool erfindet sich auf Fear Inoculum nicht neu, verfeinert sich jedoch weiter. Besonders die Vocals von Sänger Maynard James Keenan sind noch einmal vielschichtiger, teils emotionaler, teils noch stechender in ihrer Präzision als zuvor. Das ist auch der größte Pluspunkt des neuen Albums. Es liefert den auf den Punkt genau ausgerichteten Metal, die stetig vorantreibende Rhythmik bei der jeder Ton, jeder Schlag, wohl überlegt und klanglich mit voller Wucht trifft und der die Band von vielen anderen abgrenzt, in bisheriger Perfektion. Damit ist Fear Inoculum zwar keine bahnbrechende Überraschung, aber eine gelungene Fortsetzung.

:stem
 

Quentin Tarantino ist zurück: Der neunte Streich des Regie-Genies, „Once upon a Time in Hollywood“, ist vor zwei Wochen in Deutschland in die Kinos gekommen. Es ist eine Hommage an Film und Fernsehen der 60er Jahre und zeigt ein Hollywood wie im wilden Westen.

Pflanzenkunde. Im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum wird es wieder besonders scharf: Diesen Sommer findet eine Chili-Ausstellung statt. Vom 18. Juli bis zum 30. September 2019 werden 150 Chilisorten aus aller Welt präsentiert. Die kostenfreie Ausstellung finden Besucher*innen neben dem Seerosenhaus.
,,Wenn sie zu stark sind, bist du zu schwach!‘‘ heißt es auf dem Werbeflyer der RUB, mit dem alle zur Ausstellung eingeladen werden. Dies ist jedoch nicht das erste Mal, dass im Botanischen Garten eine Chili-Exhibition stattfindet – im Gegenteil: diese wird jedes Jahr veranstaltet. Beispielsweise wurden 2017 die längste und – zumindest zeitweise – schärfste Chilisorte ausgestellt. Dieses Jahr wird zum Beispiel mit Sorten wie Thai Hot Orange, Ring of Fire, Naga Viper und Carolina Reaper geworben, deren Namen schon auf die Schärfe der Schoten hinweisen. Mit dabei soll auch die Sorte Ecuador Purple sein, deren Name wiederum auf die auffällige Farbe der Pflanze hindeutet. Selbst für Nicht-Kenner*innen sind die unterschiedlichen Formen und Farben von gelb zu lila interessant anzusehen.
Der Botanische Garten ist im Sommerhalbjahr täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet; die Gewächshäuser schließen eine Stunde früher. Wer der Chili-Ausstellung einen Besuch abstattet, kann hierbei auch noch einen Abstecher in die anderen Ecken wie den Chinesischen Garten machen.

:leda

Sport. Mit der gewonnenen Hochschulmeisterschaft im letzten Jahr qualifizierte sich die RUB-11 für die diesjährigen EUSA-Games in Madrid. Die Studierenden reisten mit 19 Spielern, zwei Trainern und jeweils einem Schiedsrichter und Physiotherapeuten nach Spanien, um das höchstmögliche zu erreichen – den Sieg der Hochschuleuropameisterschaft. Vom 21. bis zum 27. Juli hatten die Jungs die Chance,  den Titel zu gewinnen. In ihrer Gruppe erreichte die Elf von Trainer Adam Frytz nach den Spielen gegen die Universitäten aus Rumänien (1:1), Portugal (3:1), Polen (6:2) und einer Niederlage gegen  die Uni aus der Türkei (1:2) den zweiten Platz, welches den Sieg des Turnieres nicht mehr möglich machte. Der Kapitän Christian Mengert sagte zur Platzierung der Gruppe: „Wir haben unglücklich gegen die Universität aus der Türkei verloren und sind dann aufgrund des direkten Vergleichs nicht in die Top-4-Endrunde gekommen. Da wäre tatsächlich mehr drin gewesen.“ Im Anschluss verlor die RUB-11 gegen die Uni aus Karlsruhe, ehe es zum Entscheidungsspiel um Platz fünf und sechs gegen die Uni aus Orleans ging. Dort verloren die Jungs im Elfmeterschießen 4:5. Abschließend sagte Christian zum Turnier, dass die Uni aus Kuban gewann: „Insgesamt war das Turnier dennoch ein Erfolg für uns, da wir als Mannschaft so noch nie zusammen gespielt haben und die junge Generation sich noch einspielen muss.“ Denn es stehen einige vor ihrem Hochschulabschluss und spielten ihr letztes Turnier.                   

:bena

Rebellion, Anarchie, Verwilderung. Der dritte Teil der Serie Haus des Geldes beim Streaming-Dienst Netflix nimmt wie auch in den vorherigen Teilen diese drei Themen als Grund für die Verbrechen der Crew rund um den Professor und als Anlass dafür, die Figuren nicht unsympathisch erscheinen zu lassen. Diesmal ist das große Verbrechen jedoch ein Überfall auf die Zentralbank von Spanien. Und das Ziel ist nicht nur Reichtum, sondern vor allem Freiheit für den zuvor von der Polizei gefangen genommenen Komplizen und Liebhaber Rio. Man könnte meinen, dass es fast die gleiche Story wie bei den ersten beiden Teilen, wo es um den Überfall auf eine spanische Banknotendruckerei ging, ist. Das stimmt zum Teil auch, dennoch freut man sich wieder, den Figuren beim Versagen, Triumphieren und beim Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei zuzuschauen. Man ist erneut gefesselt. Und dann kommt das Ende, wie es unbefriedigender und unglaubwürdiger nicht sein könnte. Die Hoffnung bleibt auf Teil vier, für den bitte nicht noch ein Jahr vergehen soll.

:mag

Der zweite Zyklus hat begonnen: Nach dem großen (auch internationalen) Erfolg der ersten Staffel von „Dark“ war klar; es muss eine zweite geben. Die Serienmacher haben sich sowieso überlegt, dass jede Staffel einen Zyklus symbolisiert und da es vom Inhalt der Serie her drei Zyklen gibt, müssen also auch drei Staffeln produziert werden.

Wie es klingt wenn Künstler*innen voll und ganz im Einklang mit sich selbst sind, darf man seit dem 17. Mai auf dem Album IGOR von TYLER THE CREATOR belauschen. Dass er dafür zunächst einen neuen Namen und eine neue Persona braucht, verzeiht man ihm da doch gerne.

Eine 17-jährige, die bei ihrem Bruder im Zimmer auf die besten Ideen kommt, um einen guten Song zu schreiben – das kann nur Billie Eilish sein. Das Mädchen aus Kalifornien steht buchstäblich für die Generation Z. Sie macht kein Teenie-Pop à la Britney Spears, sondern scheut sich nicht, über Probleme zu sprechen und sie zu besingen. Ihr Debütalbum heißt nicht umsonst  „When we all fall asleep, where do we go?“. Sie hat es nach ihrem eigenen Geschmack und mit ihrem älteren Bruder als Produzent gestaltet. Daraus entstand ein Mix aus minimalistischen Elektro-Pop, sowie Trap-Beats zu Balladen, Novelty-Music, HipHop-not-HipHop und Lo-Fi-Folk. Die halbdunkle Stimmung scheint auf den ersten Blick nicht für jedermann*frau. Dennoch zieht uns Billie mit subsonischen Bässen auf ihre dunkle Seite. Die Sängerin, die über Soundcloud berühmt wurde, hat zwar ein zartes Stimmchen, dennoch schafft sie es in Kombination mit ihren ungewöhnlichen Soundmix und Texten zum Nachdenken anzuregen. Das ist der Eilishsound, der genau zum jetzigen Zeitgeist passt.       :bena

Seiten